The beauty of change
Gonzalo Pérez de Vargas hatte in Barcelona mehr als nur einen Verein. Beim THW entdeckt der spanische Nationaltorwart die Schönheit des Wechsels – und verzaubert nach seiner Reha zunehmend die Kieler Fans. Wenn ihn doch mal kurz das Heimweh überkommt, greift er in die Schublade seines Vaters und genießt eine Scheibe Jamón.
Es gibt zwei Arten von Heimat. Die, aus der man kommt und womöglich aufgewachsen ist, und die, in die man geht und in der man sich wieder neu einleben muss. Auch und gerade Handballer kennen das, wechseln sie doch bei einem Arbeitgeberwechsel nicht bloß den Betrieb – sondern manchmal auch die Liga und das Land. Gonzalo Pérez de Vargas kennt beide dieser Heimaten. Jahrgang 1991, geboren im zentralspanischen Toledo, seit Jahren überragender Torwart der Selección und darüber hinaus die vergangenen elf Spielzeiten das vertraute Gesicht zwischen den Pfosten des großen FC Barcelona. Dort, wo sie als Vereinsmantra „Més que un club“ (Mehr als ein Verein) leben, hatte auch der 35-Jährige mehr als nur einen Verein gefunden. Der FC Barcelona war seine Heimat, sein sportlicher Hafen und das erfolgs- und vertrauensspendende Umfeld, um so konstant erfolgreich zu werden. Elfmal spanischer Meister, elfmal spanischer Pokalsieger, fünfmal Champions-League-Sieger, zweimal Europameister, dazu dritte Plätze bei der WM und bei den Olympischen Spielen.
Der richtige Ort zur richtigen Zeit
Und trotzdem hat es Pérez de Vargas noch einmal vom großen FC Barcelona zum großen THW Kiel verschlagen. Aus Neugier auf die Bundesliga, aus der Lust auf Veränderung. Er nennt es „the beauty of change“ – die Schönheit der Veränderung. Raus aus der Komfortzone, unbedingt auch einmal in der Bundesliga spielen. Und damit auch weg von dem Ort, an dem er alles kennt, hin zu einem neuen Ort, wo er vieles wieder kennenlernen muss. Oder darf, so klingt es eher in seiner bodenständigen Ansicht: „Kiel ist einfach der richtige Ort zur richtigen Zeit jetzt.“




