Vom Beachhandball zur WM-Heldin

Heute ist Katharina Filter die Nummer eins im deutschen Tor. In Jugend- und Juniorinnen-Nationalmannschaften war sie das lange nicht. Kaum Einsatzzeiten, verpasste Turniere, Zweifel – und trotzdem immer weitergemacht. Ihre größten Erfolge feierte sie zunächst im Sand, nun folgte auch in der Halle die Belohnung. Bock auf Handball hat sich mit ihr unterhalten.

Damit hatte vor dem Turnier kaum jemand gerechnet: Zum ersten Mal seit 2007 holte die deutsche Frauen-Nationalmannschaft eine Medaille. Auch Wochen nach dem Gewinn von WM-Silber kommt die sonst eher zurückhaltende Katharina Filter aus dem Grinsen nicht heraus. „Dieses ganze Turnier war einfach so ein Riesenereignis“, schwärmt sie, als wäre das Finale erst gestern gewesen. Die vielen Heimspiele, die Unterstützung von den Rängen – all das habe der Mannschaft enorm viel gegeben. Ihre Silbermedaille liegt heute in einem kleinen Schrank in ihrer Wohnung im dänischen Esbjerg, stets in Sichtweite. Das Leuchten hat die 26-Jährige noch immer in den Augen, wenn sie vom vergangenen Großturnier spricht.

Katharina Filter gemeinsam mit Bundestrainer Markus Gaugisch (li.) bei der „Sportler des Jahres“-Wahl 2025 – © Marco Wolf

Sie wirkt ansonsten ausgeglichen und ruhig, doch wenn sie von ihren größten Erfolgen spricht, beginnt sie zu strahlen. Selbst zwischen den Pfosten ist „Kathi“ Filter die Ruhe in Person – und dabei stets hochkonzentriert und voll im Fokus. „Ich versuche eher ruhig zu sein. Ich versuche für meine Mannschaft da zu sein und auch in hektischen Phasen für Ruhe zu sorgen.“

Sich selbst bezeichnet sie als „sehr sozial. Ich bin auf und neben Feld häufig am Lachen. Das zeichnet mich auch ein bisschen aus. Da kriege ich auch häufig Feedback für. Ich sag gerne zu allem Ja, wenn es darum geht, sich zu treffen“. So ist sie in ihrer Freizeit selten allein.

Wann sie im Tor gelandet ist, weiß sie nicht mehr so genau. „Ich glaube, ich wurde schon früh reingestellt, weil ich keine Angst vor dem Ball hatte – wahrscheinlich auch, weil ich durch meinen Bruder abgehärtet war.“ Als gebürtige Hamburgerin war es naheliegend, dass Jogi Bitter ihr erstes Vorbild wurde. Später blickte sie dann zu Katrine Lunde auf. Im Dezember 2025 stand sie der 45-jährigen Weltklasse-Torhüterin schließlich im WM-Finale gegenüber: „Das war für uns alle etwas Besonderes. Es ist so hervorragend, was sie bis jetzt noch geleistet hat“, so Filter, die selbst noch viele Jahre auf Top-Niveau spielen möchte.

Katharina Filter beim Shooting in der Sporthalle in Esbjerg – © Sascha Klahn

Ein gutes Verhältnis zu ihrer Gespannspartnerin ist der 26-Jährigen, die immer ein Lächeln auf den Lippen hat, dabei sehr wichtig. Beim Handball gehe es in ihren Augen darum, ein gutes Team zu sein – mit der Abwehr, aber vor allem mit der Partnerin. „Die besten Spiele sind die, wo man sich richtig gut mit der Abwehr eingroovt, die Blockabsprachen super passen und man sich irgendwie blind versteht“, so Filter, die unterstreicht: „Im Tor steht man alleine, aber man ist immer noch ein Team mit den anderen. Mit meinen Torhüterpartnerinnen verstehe ich mich eigentlich immer sehr, sehr gut. Das ist auch wichtig für mich, dass ich mich da wohlfühle. Wir sind immer so ein kleines Team im großen Team quasi.“

Vor Spielen versucht sie sich „nicht allzu verrückt zu machen. Ich habe so eine gute Nervosität. Ich freue mich eher auf Spiele.“ Abschalten lässt sich die Aufregung jedoch natürlich nicht immer. Vor allem vor dem ersten WM-Spiel war Filter schon sehr aufgeregt. „Das war dann doch etwas Besonderes, vor so vielen Fans zuspielen und diesen Start in diese Heim-WM zu haben“. Als starker Rückhalt hatte sie mit 81 Paraden in neun Spielen (36%) bei dem Großturnier dann einen großen Anteil an den überragenden deutschen Leistungen.

Den vollständigen Artikel zu Katharina Filter findet ihr in der Ausgabe 22/2025 vom Magazin Bock auf Handball!

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