Der Preis des Perfektionismus – was Misha Kaufmann wirklich antreibt

Handball-Revolutionär, Taktik-Mastermind, Menschen-Entwickler: Misha Kaufmann wurden schon viele knackige Bezeichnungen übergestülpt. Doch welcher Mensch steckt dahinter? Welche Opfer hat der Mann gebracht, der erst mit dem ThSV Eisenach für Furore gesorgt hat und mit dem TVB Stuttgart nun nach Höherem strebt? Welchen Plan hat er für die Zeit nach seiner Trainer-Karriere? Bock auf Handball hat Misha Kaufmann in seiner neuen Heimat besucht.

Allmählich kommt die Sonne zum Vorschein, die Aussicht ist nicht mehr so diesig wie noch bei unserer Ankunft. Die Weinberge sind nun klar zu sehen. Vom recht weiträumigen Balkon der Wohnung Misha Kaufmanns haben wir kurz nach 15 Uhr an diesem herbstlichen Freitag in Kernen, einem Vorort Stuttgarts, einen tollen Ausblick. Und vor allem haben wir kurz vor dem Ende unseres Gesprächs das Gefühl, viel gelernt zu haben: Über Kaufmann – klar, über Handball – auch klar, und über Psychologie. Es ist eines der Themen, mit denen sich der 41-Jährige wie ein Besessener beschäftigt. Er will auf den Gebieten Taktik und Psyche der Beste sein. Dafür opfert er sehr viel.

Der Big Ben

Für Misha muss es ständig das Maximum sein, selbst in seiner Freizeit. Seine Frau Dragica hat ihm mal ein Lego-Technik-Set geschenkt. Londons Big Ben. Ein riesiger Bausatz. Sie wollte, dass er runterfährt. Am nächsten Tag wacht sie auf, sieht Misha noch am Tisch sitzen. „Was machst du?“ Er: „Ich mache diesen Scheiß fertig.“ Misha fügt hinzu: „Ich kann am besten runterfahren, wenn ich das fertig gemacht habe.“ Irgendwann nach einer durchzechten Nacht hat er den Big Ben zusammengebaut. Dann erst geht er ins Bett.

Misha Kaufmann, das wird schnell klar, als wir ihn einige Stunden vor dem Besuch bei ihm zuhause in seinem Büro der TVB-Geschäftsstelle in Waiblingen treffen, ist jemand, mit dem du tief in eine Gesprächswelt eintauchen kannst. Jemand, mit dem du bei einem Wein oder Bier am Abend komplett die Zeit vergessen kannst. Jemand, der dir seine Leidenschaft für ein Thema näher bringen kann, ohne den großen Zampano zu geben.

Generell hat Kaufmann kein besonders auffälliges Erscheinungsbild. Er trägt seine schwarze Vereinsmontur, sein Trainingsoutfit. Das außergewöhnlichste Kleidungsstück: Blau-schwarz-gestreifte Socken von Uandwoo – der Firma von Uwe Gensheimer und Andy Schmid. Bei den Socken ist er durchaus auch mal etwas abergläubisch. „Wenn ich das Gefühl habe, wir brauchen Punkte, dann ziehe ich Socken mit Punkten an“, erzählt Misha.

Den vollständigen Artikel zu Misha Kaufmann findet ihr in der Ausgabe 21/2025 vom Magazin Bock auf Handball!

Miro Schluroff sitzt mit Sonnenbrille im Park auf einer SteintreppeMiro Schluroff
Juri Knorr