STUDENT MIT TITELSAMMLUNG

BOCK AUF HANDBALL: Jacob, wie präsent ist Handball heute noch in Deinem Leben?

JACOB HEINL: Mittlerweile habe ich meine Begeisterung für den Sport wiedergefunden. Handball macht mir wieder Spaß, ich genieße es jetzt, als Zuschauer dabei zu sein. Zwischendurch war das auch mal anders. Das letzte Mal gespielt habe ich Ende Dezember 2020. Nach diesem Bundesliga-Spiel in Leipzig war für mich dann Schluss, auch wenn ich es damals noch nicht wusste.

BAH: Ist im Nachhinein entscheidend, wie eine Karriere zu Ende geht – ob der Entschluss lange reift oder man verletzt vom Spielfeld getragen wird, wie in Deinem Fall?

JH: Wenn Du Dein Karriereende selbst planst, schließt Du damit bereits im Kopf ab, bevor der Prozess auch körperlich wirklich beendet ist. Bei mir war es genau anders herum. Rückblickend das Ende viel härter, als ich es erwartet habe. Das hat sich alles wie ein erzwungener Stopp angefühlt. Ich hatte mich während der Saison verletzt, spielte trotz Schmerzen einfach weiter, bis ich Monate später eine Diagnose bekam, die eine Operation und eine lange Rehabilitation erforderlich machten. In dieser Zeit lief mein Vertrag aus. Dass er nicht verlängert wurde, stand schon länger fest. Mit 34 Jahren wollte ich damals unbedingt weiterspielen, doch die Diskrepanz zwischen dem, was ich im Kopf vorhatte, und dem, was mein Körper leisten konnte, wurde immer größer.

BAH: Bitte beschreibe Deine damalige Gefühlswelt.

JH: In dieser Zeit fühlte ich mich etwas verloren. Mein ganzes Leben hatte sich bis dahin ausschließlich um den Handball gedreht. Es war ja nicht nur der Sport, der von einem auf den anderen Tag wegfiel, man verliert plötzlich seine Identität. Als Profisportler war ich absolut fremdbestimmt. Der Klub und der Liga-Betrieb gaben die Regeln für meinen Alltag vor, legten fest, wann ich wo zu sein hatte, wann ich Urlaub planen konnte und sogar, was ich anziehen oder essen sollte. Als diese starre Routine aufhörte, fehlte mir zunächst jegliche Orientierung. Plötzlich standen da so banale Fragen im Raum: Wie organisiere ich meinen Tag? Was mache ich mit der vielen Freizeit? Und vor allem: Was finde ich beruflich spannend?

BAH: Gab es in dieser Situation eine Hilfestellung von der SG Flensburg-Handewitt?

JH: Meine Reha durfte ich in Flensburg noch weitermachen, aber ich habe mich dann selbst dazu entschieden, nach Hamburg zu ziehen und sie dort fortzusetzen.

BAH: Auch die Karriere von Berlins Ex-Kapitän Paul Drux wurde durch eine Verletzung gestoppt. Hast Du seine Geschichte verfolgt?

JH: Natürlich ist es tragisch, im besten Handball-Alter abrupt aufhören zu müssen. Paul war sogar noch jünger als ich zu diesem Zeitpunkt. Umso schöner ist es, wenn vom Verein und Umfeld für einen verdienten Spieler so ein Weg nach dem Karriereende eröffnet wird, wie er ihm nun bei den Füchsen zuteil wird.

BAH: Handball-Legenden werden oft mit einem Abschiedsspiel gewürdigt. Sollte es nicht auch für Spieler, die verletzungsbedingt aufhören müssen, eine Regelung für die Unterstützung des Klubs bei der Suche nach einer beruflichen Alternative geben?

Den vollständigen Artikel zu Jacob Heinl findet ihr in der Ausgabe 23/2026 vom Magazin Bock auf Handball!

Kai Häfner aus Bock auf Handball Ausgabe 23Kai Häfner
Nils Lichtlein aus Bock auf Handball Ausgabe 23Nils Lichtlein