DIE MACHERIN
SASKIA LANG ist seit 30 Jahren im Handball aktiv. Als Nationalspielerin bestritt sie zahlreiche Länderspiele für Deutschland, als DHB-Managerin verantwortet sie Aufgaben im Marketing der Länderspiele und internationalen Events sowie vor allem rund um den Frauenhandball. Ihre Aufgaben packt die ehemalige Rückraumspielerin auch nach der Sportkarriere mit viel Leidenschaft, Elan und Tatendrang an. Aus dem Handball, für den Handball – könnte das Motto der 39-Jährigen lauten.
Nach der aktiven Handballkarriere bist Du direkt beim DHB gelandet. Wie kam es dazu?
Meine Handballkarriere musste ich aus gesundheitlichen Gründen leider vor dem Ablauf meines Profivertrages beenden. Mit Mark Schober war ich bereits seit Längerem in Kontakt und ließ auch nicht locker, denn ich wollte, wenn sich irgendwie die Möglichkeit bot, unbedingt weiterhin im Handball-Business bleiben. Idealerweise in einem professionellen Umfeld, wo ich weiterhin etwas für den Sport tun kann. Meine Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt.
Inzwischen bist Du ja auch nicht mehr aus dem DHB wegzudenken.
Das höre ich gerne, denn ich will hier auch nicht mehr weg (lacht). In dem Sport, den ich liebe, will ich nun im Hintergrund dafür sorgen, dass wir noch erfolgreicher und besser wahrgenommen werden.
Wie viel Prozent der Profihandballerinnen und Profihandballer setzen ihre Karriere bei Vereinen und Verbänden fort?
Insbesondre die Anzahl der Frauen ist bedauerlicherweise sehr überschaubar. Neben Anja Althaus, Jutta Ehrmann und Heike Ahlgrimm beim DHB fallen mir aktuell nur eine Handvoll Handballerinnen ein, die bei einem Klub arbeiten. Vor allem in den Vereinen müssen es mehr werden.
Wieso gibt es keine vergleichbaren Karrieren bei den Frauen, wie die von Viktor Szilágyi, Holger Glandorf oder Sven-Sören Christophersen?
Diese renommierten Spieler haben es in die Geschäftsführung ihrer Klubs geschafft. Dass eine Spielerin in die Geschäftsführung eines Vereins aufsteigt, ist aufgrund der Strukturen in der Handball Bundesliga der Frauen extrem schwer. Viele Traditionsvereine werden seit Jahrzehnten von etablierten Geschäftsführern geleitet, beispielsweise Buxtehude ohne Peter Prior kann man sich gar nicht vorstellen. Das sind Persönlichkeiten, die Strukturen geprägt und wichtige Meilensteine im Klub geschaffen haben, und an erfolgreichen Konzepten rüttelt man bekanntlich nicht. Darüber hinaus gibt es mehrere Geschäftsführer, die nach wie vor ehrenamtlich tätig sind. Welche ambitionierte und junge Frau, mit einem Studienabschluss in der Tasche, findet es attraktiv, unentgeltlich zu arbeiten?
Ist dein Alltag irgendwie mit dem eines Profis vergleichbar?
Nein. Jetzt bin ich täglich im Büro oder vor Ort bei Events, und dafür bin ich sehr dankbar, denn in den letzten Jahren habe ich unglaublich viel gelernt. Als Spielerin lag mein Fokus verständlicherweise auf mir selbst, während ich jetzt das große Ganze sehe und die Vielzahl an Rädchen, die um eine Mannschaft herum ineinandergreifen und funktionieren müssen. Zudem kann ich beim DHB Themen vorbereiten, begleiten und vorantreiben, die mir persönlich am Herzen liegen, wie die längst zur Bewegung gewordene Kampagne „Hands Up For More“. Eine Parallele zu früher gibt es allerdings: Ich war eine Spielerinn, die selten zufrieden war. Mit guter Vorbereitung wollte ich immer besser und besser werden. An etwas arbeiten zu wollen, um noch bessere Ergebnisse zu erzielen, war immer schon meine Motivation. Das scheint eine Charaktereigenschaft von mir zu sein, denn auch heute gehe ich mit derselben Einstellung an meinen Job, egal ob ich mit unserem Team an einer Pressekonferenz, dem DHB-Bundestag oder einer Weltmeisterschaft mitarbeite.
Worauf bist Du stolz?
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