„DAS LEBEN GEHT WEITER.“

» Teil dieser Stadt, dieser Fans und dieses Trikots zu sein – darauf bin ich sehr stolz.

Es gibt Sportler, die über ihre Titel definiert werden. Und es gibt jene, deren Karriere nur ein Teil einer größeren Geschichte ist – einer Geschichte über Herkunft, Verlust, Glaube und innere Stabilität. Sergey Hernández (30) gehört zu dieser zweiten Kategorie. Sein Weg führt von Russland über eine wunderbare spanische Kindheit in Adoption, über die härteste Liga der Welt bis hin zur Champions League – aber vor allem führt er in das Innere eines Menschen, der gelernt hat, im Chaos des Spitzensports eine klare Ordnung zu bewahren.

Wer ihn spielen sieht, erkennt zunächst den Torwart: Sergey Hernández ist zumeist ruhig, konzentriert, manchmal fast unbeweglich, dann in Sekundenbruchteilen explosiv. Er gilt als einer der Besten seiner Zunft. Reflexstark, fokussiert, kompromisslos im Moment. Doch wer ihn sprechen hört, erkennt schnell, dass seine eigentliche Stabilität nicht nur aus Training oder Taktik entsteht, sondern aus tiefen inneren Überzeugungen – geprägt von Verlust, Dankbarkeit und einem leisen, aber beständigen Glauben an etwas Größeres.

Sergey bezeichnet sich nicht im klassischen Sinn als religiös. Er predigt nicht, er erklärt nicht. Sein Verhältnis zu höheren Mächten ist eher ein persönliches Gefühl als ein Konzept. Und doch tauchen wiederkehrende Elemente auf: Rituale, Erinnerung, Symbolik.

Vor jedem Spiel hebt er den Blick, kurz, fast unmerklich. Dann zieht er mit den Fingern ein Kreuz über seinen Körper. Eine Bewegung, die sich nicht erklären lassen will, ohne seine Geschichte zu kennen. Seit dem Tod seines geliebten Vaters begleitet ihn dieses Ritual. Es ist kein öffentliches Statement, sondern ein privater Moment der Verbindung.

„Seit mein Vater gestorben ist, mache ich vor jedem Spiel das Kreuzzeichen“, sagt er schlicht. Mehr braucht es nicht, um zu verstehen, dass hier ein Mensch spielt, für den Sport und Erinnerung untrennbar miteinander verbunden sind…

Den vollständigen Artikel zu Sergey Hernandez findet ihr in der Ausgabe 23/2026 vom Magazin Bock auf Handball!

Saskia Lang aus Bock auf Handball Ausgabe 23Saskia Lang
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