Zwischen Titelglück, Reha und Familiengründung: „Es ist die besonderste Zeit meines Lebens“

Der erste Titel der Vereinsgeschichte, die Qualifikation für die Champions League, eine Verletzung im Final Four, die eigene Hochzeit und die Aussicht auf das erste Kind: Hinter Timo Kastening (31) liegen bewegte Wochen. In „Bock auf Handball“ spricht der Kapitän der MT Melsungen über historische Momente, eine besondere Mannschaft und das Gefühl, endlich angekommen zu sein.

Die Bilder aus Hamburg sind noch frisch. Die MT Melsungen stemmt den ersten Titel der Vereinsgeschichte in die Höhe, sichert sich nach einer packenden Finalschlacht gegen den THW Kiel (24:23) den Sieg in der European League und damit auch die Qualifikation zur Champions League – Timo Kastening und die MT stehen plötzlich auf der größten Bühne des Vereinshandballs. Während die Vorfreude auf die Königsklasse wächst, verbringt einer der Hauptakteure den Sommer allerdings nicht auf dem Spielfeld, sondern in der Reha

„Es sind gerade zwei Herzen in meiner Brust“, sagt Timo. Die Freude über den historischen Erfolg sei riesig, gleichzeitig schmerze aber der Gedanke, die ersten Spiele der Champions-League-Saison vermutlich zu verpassen. „Deshalb mache ich mir selbst auch ein bisschen Druck“, sagt derjenige, der auch in der Sommerpause fleißig gearbeitet hat. „Ich möchte unbedingt fit werden, weil ich unbedingt mit der MT Champions League spielen möchte.“

Eine Verletzung vier Minuten vor dem größten Triumph der Vereinsgeschichte

Die Ursache für die Zwangspause liegt in den Schlussminuten des Final Four. In der 56. Minute erlitt Timo eine Verletzung an der Ferse. „Da ist hinten ein Fersensporn abgebrochen, der operativ entfernt werden musste.“ Eine schmerzhafte Angelegenheit. Wie lange die Ausfallzeit tatsächlich dauern wird, kann derzeit niemand seriös bestimmen. Die betroffene Stelle sei kompliziert, die Heilung schwer vorherzusagen.

An die entscheidende Szene erinnert Timo sich dennoch genau. Von Rechtsaußen gelang ihm noch per Sprungwurf ein Treffer, im nächsten Moment aber ging gar nichts mehr und er blieb nach der Landung am Boden liegen. „Ich konnte nicht mehr laufen.“

Im Nachhinein blieb ihm dabei vor allem eine Geste eines Gegenspielers im Gedächtnis: Während eines Gegenangriffs hielt der Kieler Domagoj Duvnjak das Spiel an, damit der sichtbar verletzte Timo ausgewechselt werden konnte. „Wir spielen ein Finale, das Spiel steht auf des Messers Schneide, es sind nur noch vier Minuten zu spielen, ich kann nicht mehr laufen – und er hält den Gegenangriff an, damit ich wechseln kann. Darüber hat eigentlich niemand gesprochen, weil es kaum jemand mitbekommen hat. Aber ich fand das im Nachhinein einfach richtig stark.“ …

Den vollständigen Artikel zu Timo Kastening findet ihr in der Ausgabe 24/2026 vom Magazin Bock auf Handball!

Tom Kiesler
Shenia Franz & Julia Behnke