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DER DEUTSCHE HANDBALLBUND (DHB) HAT BEREITS VOR DEM AUSSPIELEN DER OLYMPIA-QUALIFIKATION IM MÄRZ IN BERLIN GEGEN VIZE-WELTMEISTER SCHWEDEN, DEN WM-NEUNTEN SLOWENIEN UND ALGERIEN OLYMPIA-GOLD ALS ZIEL AUSGEGEBEN. RICHTIG SO?

Horst „Hotti“ Bredemeier (68)
war von 1989 bis 1992 Bundestrainer, davor war er seit 1982 Junioren-Nationaltrainer. Von 2002 bis 2013 verantwortete er den Leistungssport im DHB und war DHB-Vize. Er ist 1. Vorsitzender seines Heimatvereins GWD Minden.

AUFGEZEICHNET VON DIETMAR GESSNER

Horst Bredemeier: „Dieses Ziel hat Bob Hanning bei seinem Dienstantritt als DHB-Vize bereits vor acht Jahren so vorgegeben und offen kommuniziert. Da ist es konsequent, weiter an dieser Vorgabe festzuhalten. Allerdings hätte ich diese Zielsetzung nicht während einer laufenden WM so öffentlich erneuert. Erst recht nicht bei einer WM, die aus deutscher Sicht mit Platz 12 enttäuschend verlaufen ist. Ich halte es für vermessen und nicht den Regeln sportlicher Fairness entsprechend gegenüber den Kontrahenten, gegen die Deutschland die Quali zu spielen hat. Und das sind neben Algerien mit Vize-Weltmeister Schweden und Slowenien zwei Top-Teams, die bei der WM besser als Deutschland abgeschnitten haben. Natürlich werden die Trainer von Schweden und Slowenien diese verbale Vorlage als Motivation für die eigene Mannschaft nutzen. Das würde ich ebenso machen. Andererseits – und auch das ist ein wichtiger Punkt: Die erneuerte Gold-Ansage vor dem Ausspielen der Qualifikation ist natürlich auch von der eigenen Mannschaft als Motivation und Vertrauensbeweis zu sehen. Denn damit vermittelt der DHB seinen Spielern unmissverständlich: `Wir sind uns sicher, dass ihr euch qualifiziert. Wir glauben an Euch, ihr packt das!` Das kann ein Vorteil sein. Für meinen Geschmack war dieses verbale Vorpreschen dennoch zu forsch. Es impliziert einen Mangel an Respekt vor den Gegnern in der Qualifikation.“

Horst Bredemeier: „Dieses Ziel hat Bob Hanning bei seinem Dienstantritt als DHB-Vize bereits vor acht Jahren so vorgegeben und offen kommuniziert. Da ist es konsequent, weiter an dieser Vorgabe festzuhalten. Allerdings hätte ich diese Zielsetzung nicht während einer laufenden WM so öffentlich erneuert. Erst recht nicht bei einer WM, die aus deutscher Sicht mit Platz 12 enttäuschend verlaufen ist. Ich halte es für vermessen und nicht den Regeln sportlicher Fairness entsprechend gegenüber den Kontrahenten, gegen die Deutschland die Quali zu spielen hat. Und das sind neben Algerien mit Vize-Weltmeister Schweden und Slowenien zwei Top-Teams, die bei der WM besser als Deutschland abgeschnitten haben. Natürlich werden die Trainer von Schweden und Slowenien diese verbale Vorlage als Motivation für die eigene Mannschaft nutzen. Das würde ich ebenso machen. Andererseits – und auch das ist ein wichtiger Punkt: Die erneuerte Gold-Ansage vor dem Ausspielen der Qualifikation ist natürlich auch von der eigenen Mannschaft als Motivation und Vertrauensbeweis zu sehen. Denn damit vermittelt der DHB seinen Spielern unmissverständlich: `Wir sind uns sicher, dass ihr euch qualifiziert. Wir glauben an Euch, ihr packt das!` Das kann ein Vorteil sein. Für meinen Geschmack war dieses verbale Vorpreschen dennoch zu forsch. Es impliziert einen Mangel an Respekt vor den Gegnern in der Qualifikation.“