AUFBRUCH ZUM BLEIBEN

KEINER LEBT DEN SC MAGDEBURG INTENSIVER ALS ER: BENNET WIEGERT IST IN DER HANDBALLVERRÜCKTEN STADT AN DER ELBE GEBOREN UND MIT DEM SCM GROSS GEWORDEN. NUN HAT ER ″SEINEN″ KLUB ZURÜCK AN DIE SPITZE GEFÜHRT. FÜR ″BOCK AUF HANDBALL″ ERZÄHLT DER ERFOLGSTRAINER, WIE ER DAS GEMACHT HAT.

Magdeburg ist ein besonderer Ort für den Handball. Auf dem schwierigen Parkett der GETEC Arena ist schon so mancher hochklassige Gegner ins Schleudern geraten. Auswärtssiege sind hier selten. Gemeinhin gilt die Heimat des SCM als heisses Pflaster. Handball in Magdeburg hat Tradition, ist brennende Leidenschaft, garantiert Emotionen pur. ″Spieler haben es mal so beschrieben: Bist Du erfolgreich, dann wirst Du durch die Stadt getragen. Bist nicht erfolgreich, wirst Du auch ganz schnell aus der Stadt heraus getragen″, sagt Bennet Wiegert.

″Magdeburg ist da anders″

Der 40-Jährige muss es wissen: Bennet, den eigentlich alle nur ″Benno″ nennen, wurde hier geboren. Er ist hier gross geworden und hat einst schon als Spieler des SCM den Champions-League-Sieg und die Deutsche Meisterschaft gefeiert. Jetzt hat er ″seinen″ Klub als Trainer zurück an die Spitze geführt. Spätestens seit der SCM im vergangenen Jahr unter seiner Regie zunächst die EHF European League und später dann die Vereinsweltmeisterschaft, den IHF Super Globe, gewann, strotzt der neue Branchenprimus nur so vor Selbstbewusstsein.

″Die Fans hier in Magdeburg sind fanatisch″, findet Bennet. Ein solches Publikum sei für den Handball eigentlich untypisch und kein Vergleich zum gesitteten Event- Publikum in den grossen Arenen, das gerne applaudiert und im Takt die Klatschpappen zusammenschlägt. ″Magdeburg ist da anders″, bekräftigt er. Ein Hexenkessel voller brodelnder Emotionen eben.

Bennet Wiegert

″Ich weiss, dass ich meine Emotionen in den Griff bekommen muss″

″Was unsere Fans ganz schnell spitz bekommen: Wenn jemand etwas mit Herzblut macht″, sagt Bennet. Er selbst ist oft genug wie ein Derwisch am Spielfeldrand entlang getobt, hat mit ausschweifenden Gesten und Wutausbrüchen über Fehlentscheidungen seinem Innersten freien Lauf gelassen. ″Ich weiss, dass ich meine Emotionen in den Griff bekommen muss, am Rand weniger Spieler und mehr Trainer sein muss. Doch jeder Magdeburger würde dann sagen: Hör auf mit dem Scheiss- gib Gas und verteidige unseren SCM!″

Die Fans in Magdeburg mögen ihren Benno. ″Vermutlich mal mehr, mal weniger″, lacht er, ″aber ich glaube, sie akzeptieren mich als einen von ihnen.″

Den vollständigen Artikel findet ihr in der Ausgabe 7/2022 vom Magazin Bock auf Handball!

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